Friday, October 17, 2008

Nachahmung - die schlimme Jugend von "heute"

So etwas hätte es früher nicht gegeben! ?
Jugendliche, die einen alten Mann halb tot schlagen weil er sie aufforderte die Füße vom Sitzplatz einer S-Bahn zu nehmen; Kinder, die Tiere grausamst quälen, ihre Klassenkameraden erpressen und - weigern sich diese zu zahlen - Knochen brechen; zehnjährige, die mehr Gewaltfilme kennen und Aggressionspotenzial, das den meisten meines Alters Konkurrenz macht, haben; ....
All dies sind schockierende Erkenntnisse.
Doch - und dies erscheint mir bei weitem schockierender - es sind keine neuen Meldungen!
Kinder sind nicht - auch nicht in unserer Generation! - aus sich raus Gewalt verherrlichend!
Sie werden dazu erzogen! Und von wem? Von UNS - den Erwachsenen, die ihnen Gewalt und Aggression vorleben.
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Eine Balade von Erich Kästner, die 1930 (!!!) - nach einer wahren Begebenheit (!!!) - entstand, belegt dies:
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EINE BALLADE VOM NACHAHMUNGSTRIEB
* * *
Es ist schon wahr: nichts wirkt so rasch wie Gift!
Der Mensch, und sei er noch so minderjährig,
ist, was die Laster dieser Welt betrifft,
früh bei der Hand und unerhört gelehrig.
* * *
Im Februar, ich weiß nicht am wievielten,
geschah's auf irgendeines Jungen Drängen,
daß Kinder, die im Hinterhofe spielten,
beschlossen, Naumanns Fritzchen aufzuhängen.
* * *
Sie kannten aus der Zeitung die Geschichten,
in denen Mord vorkommt und Polizei.
Und sie beschlossen, Naumann hinzurichten,
weil er, so sagten sie, ein Räuber sei.
* * *
Sie steckten seinen Kopf in eine Schlinge,
Karl war der Pastor, lamentierte viel,
und sagte ihm, wenn er zu schrei'n anfinge,
verdürbe er den anderen das Spiel.
* * *
Fritz Naumann äußerte, ihm sei nicht bange.
Die andern waren ernst und führten ihn.
Man warf den Strick über die Teppichstange.
Und dann begann man, Fritzchen hochzuziehn.
* * *
Er sträubte sich. Es war zu spät. Er schwebte.
Dann klemmten sie den Strick am Haken ein.
Fritz zuckte, weil er noch ein bißchen lebte.
Ein kleines Mädchen zwickte ihn am Bein.
* * *
Er zappelte ganz stumm, und etwas später,
verkehrte sich das Kinderspiel in Mord.
Als das die sieben kleinen Übeltäter
erkannten, liefen sie erschrocken fort.
* * *
Noch wußte niemand von dem armen Kinde.
Der Hof lag still. Der Himmel war blutrot.
Der kleine Naumann schaukelte im Winde.
Er merkte nichts davon. Denn er war tot.
* * *
Frau Witwe Zwickler, die vorüberschlurfte,
lief auf die Straße und erhob Geschrei,
obwohl sie dort garnicht schreien durfte.
Und gegen sechs erschien die Polizei.
* * *
Die Mutter fiel in Ohnmacht vor dem Knaben.
Und beide wurden rasch ins Haus gebracht.
Karl, den man festnahm, sagte kalt: "Wir hab'n
es nur wie die Ewachsenen gemacht."
* * *
Na Na Na Na Na
Na Na Na Na Na Na Na
"Wir hab'n es nur wie die Erwachsenen gemacht!"
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Ja, dies IST als Aufforderung an uns - die Ewachsenen - zu verstehen! Bedenkt, dass ihr Vorbild seid! Unsere Kinder lernen ..... von uns!
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Und darum entscheide gut ...
ob gar am Ende,
DEINE Hände
kleben,
von unschuldigem (Kinder-) BLUT......

2 Comments:

At 4:32 PM , Blogger maze said...

Ja... man hat viele Gründe, warum was passiert. Die erwachsenenen, die Umstände, Familienverhältnisse...

und doch hat jeder seinen Verstand. Oft sagte man mir: "Wie der Vater, so der Sohn" oder "schau an, wo du herkommst". Und doch bin ich selber für das, was ich tue selbst verantwortlich.

 
At 7:58 PM , Blogger cat-zle said...

ja, zum Teil. und doch bist du - bis zu einem gewissen Alter - der Erwachsenenwelt ausgeliefert. Wir tragen Verantwortung für jüngere! Dieser sollten wir uns bewusst sein und sie annehmen.

 

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